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Wupperthal Tea Association – Rooibos-Tee aus Südafrika



Die Gemeinschaft Wupperthal wurde im 19. Jahrhundert als Missionsprojekt gegründet. Als sich die Missionare 1998 zurückzogen, übernahmen die Mitglieder die Organisation und schafften es 2005, rechtlich als Genossenschaft anerkannt zu werden. In diesem Jahr erhielt die Gruppe auch die Fairtrade-Zertifizierung (FLO) und das Bio-Siegel. Heute vereint die Genossenschaft mehr als 72 Kleinproduzenten. Ihre Mitgliederzahl wächst stetig.

Landwirtschaft im Schatten der Apartheid

Während der Apartheid in Südafrika wurden zwischen 1960 und 1980 über 3,5 Millionen Schwarze von ihrem Land vertrieben und in ihre „Ursprungsheimat“ verbannt. Als der Afrikanische Nationalkongress (ANC) 1994 an die Macht kam, waren 87 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Hand von 60 000 weißen Bauern.

Trotz des erklärten Ziels, in fünf Jahren 30 Prozent der Agrarflächen umzuverteilen, machte die in die Wege geleitete Agrarreform nur zaghafte Fortschritte. So waren 2003, acht Jahre später, nur 1,2 Prozent des Landes an die ursprünglichen Eigentümer übergeben worden. Der Staat hatte nicht wirklich eine Agrarreform durchgeführt, sondern sich für eine marktwirtschaftliche Regelung entschieden, die 19 Millionen Schwarzen im ländlichen Raum ihre Felder entzog. Die wenigen Umverteilungen sollten den aufstrebenden schwarzen Landwirten der ländlichen Elite zugute kommen, die Kapital in die gewerbliche Landwirtschaft investierten und den Export vorantrieben. Die kleinen Familienbetriebe blieben als Verlierer der Demokratisierung Südafrikas zurück.

Rooibos – eine ursprüngliche Pflanze mit vielen Qualitäten

Rotbusch – oder Rooibos in Afrikaans – ist ein Wüstenstrauch, dessen Blätter und Stängel für die Teeproduktion verwendet werden. Die Pflanze, welche kein Tein enthält, ist bekannt für ihre antioxidativen und antiallergenen Eigenschaften sowie ihren Reichtum an Mineralien und Spurenelementen. Die Rooibos-Sträucher sind endemisch im Nordwesten des Kaps der Guten Hoffnung, vor allem um die Stadt Clanwilliam. Die Bezeichnung „Rotbusch“ bezieht sich nicht auf die Pflanze, sondern auf den Prozess der Oxidation, der ähnlich wie bei Schwarzem Tee abläuft.

Seit dem Ende der Apartheid wächst vor allem der internationale Rooibos-Markt

Die Rooibos-Produktion konnte von 4500 Tonnen im Jahr 1998 auf nationaler Ebene auf 9500 Tonnen im Jahr 2005 erhöht werden. Obwohl die einheimische Bevölkerung in Südafrika schwarz ist, blieben die Vermarktung und der Export von Rooibos von weißen Händlern kontrolliert. Erst seit Mitte der 1990er Jahre begannen einige Verbände von Schwarzen und Mestizen mit der Vermarktung ihrer Produkte.
Die nationale Produktion stammt zu 98% von großen Betrieben, die weißen Bauern gehören und Schwarze als günstige Arbeitskräfte ausnutzen. Für Schwarze in der Region Clanwilliam ist der Faire Handel eine Möglichkeit, Landbesitz zu erlangen und unabhängig zu wirtschaften.

Erfolge des Fairen Handels

Wirtschaftliche Erfolge

Erwerb von Grundstücken
Den Schwarzen blieb Grundbesitz lange Zeit vorenthalten. Sie arbeiteten auf den großen Farmen der Weißen. Heute haben sie kaum Nutzen von der am Ende der Apartheid eingeführten positiven Diskriminierung. Obwohl sie jetzt das Recht auf Grundbesitz haben, verfügen die meisten Familien nicht um genügend Geld, um Land zu erwerben.
Dank des Verkaufs von Rooibos unter den Bedingungen des Fairen Handels erhalten die Produzenten den doppelten Preis für ihre Erzeugnisse und gewinnen an wirtschaftlicher Stärke.
Die kollektive Vermarktung ihrer Produkte hat den Vorteil, dass sie Zugang zum Land der früheren protestantischen Mission erlangen. Außerdem können die Produzenten in die Weiterverarbeitung und Verpackung der Produkte investieren und somit den Rooibos aufwerten.

Soziale Erfolge

Auf lokaler Ebene: Mit der Fairtrade-Prämie wurden soziale Projekte in der Gemeinde unterstützt. Hierzu gehören zum Beispiel die Renovierung und Ausstattung der Schule, aber auch Investitionen zur Produktionssteigerung.
Auf nationaler Ebene: Die Genossenschaft Wupperthal trat im Jahr 2005 der Vereinigung für Handel und Gerechtigkeit bei, welche Kleinproduzenten in Südafrika vereint, um gegenüber Regierung und Institutionen eine gewichtige Stimme zu haben.

Ökologische Erfolge

Die Produzenten von Wupperthal arbeiten nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft. Dabei gehen sie jedoch über die reinen Vorgaben hinaus. Sie reduzieren gezielt das versehentliche Ernten von Wildpflanzen, arbeitet damit intensiv an der Qualität des Tees und reduzieren die Gefahr der Bodenerosion.

In aller Kürze

  • Partnerschaft seit 2007
  • 72 Kleinbauern Familien
  • 1-3 Hektar Land pro Familie
  • Es werden neben dem Tee sowohl Lebensmittel (Obst und Gemüse) kultiviert als auch Viehzucht (Schafe und Ziegen) betrieben.

Produkte von Wupperthal Tea Association bei ETHIQUABLE

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