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SOPACDI – Kaffee aus dem Kongo



SOPACDI hat seinen Sitz in Kivu, einer Region im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Politische Krisen, Bürgerkriege und der Völkermord in Ruanda haben den Kaffee-Anbau in den vergangenen Jahren fast gänzlich zum Erliegen gebracht. Zahllose Kleinbauern haben dadurch ihre wirtschaftliche Perspektive verloren. Sie sind schlecht ausgestattet und haben keinen richtigen Marktzugang – aber in ihrer Heimat lässt sich ein fantastischer Arabica-Kaffee anbauen.

Wiederbelebung der Landwirtschaft trotz der Konflikte

Während des Genozids in Ruanda 1994 flüchtete ein Teil der dortigen Bevölkerung in das Nachbarland Kongo. Die Instabilität, die in dieser Region herrscht, hat viel mit diesem Exodus zu tun. Im Kongo leben seitdem viele Menschen auf begrenztem Raum. Dazu kommen demografische Probleme.
Durch den Konflikt entstand Unsicherheit und Plünderei, die wiederum einen starken Einfluss auf die lokale Ökonomie und Ernährungssicherheit hatte. Besonders stark machte sich das bei der Vermarktung des Kaffees bemerkbar. Denn faktisch hatten die Bauern den Zugang zum Markt verloren. Die Qualität des Kaffees sank kontinuierlich. SOPACDI ist deswegen vor wenigen Jahren angetreten, um den Kaffeeanbau und -verkauf in der Region Kivu wieder anzukurbeln und somit die lokale Ökonomie wieder zu stärken.

Die Wiedergeburt einer Region

Die Bedingungen rund um den Kivu-See sind zum Kaffeeanbau ideal. Auf einer Höhe zwischen 1450 und 2000 Metern bieten die vulkanischen Böden den Pflanzen alles, was sie benötigen, um gute Erträge zu erzielen und ein feines Aroma zu entwickeln. Kaffee aus dem Kongo zeichnet sich durch sein blumiges Aroma aus. Doch trotz der perfekten Bedingungen lief das Geschäft mit dem Kaffee oft schlecht, weil die Bohnen nicht richtig weiterverarbeitet wurden. Ein Großteil des Kivu-Kaffees wurde ohne weitere Säuberung in der Sonne getrocknet und konnte somit nur auf dem Massenmarkt Käufer finden. Das große Potenzial des Kaffees kam also nicht zur Geltung und der Kivu-Kaffee verschwand fast gänzlich vom Markt – und schließlich auch aus der Region. Ohne technische oder staatliche Unterstützung litt die Fruchtbarkeiten des Bodens. Internationale Nichtregierungsorganisationen setzen sich zwar für die Entwicklung der Region ein, befassten sich dabei aber nicht mit dem Kaffeesektor und der Landwirtschaft.
Abgeschottet von allem suchten die Kleinbauern also andere Möglichkeiten einen Marktzugang zu finden. Die wirtschaftlichen Bedingungen zwangen viele von ihnen, ihren Kaffee ins benachbarte Ruanda zu schmuggeln. Dort wurde er dann beispielsweise gegen Nutztiere eingetauscht. Doch der Kaffeeschmuggel war ein extrem gefährliches Unterfangen. Viele Kleinbauern verloren dabei ihr Leben.

Gemeinsam ein besseres Leben aufbauen

Politische und gesellschaftliche Konflikte belasten den Norden der Region Kivu. Dabei geht es in erster Linie um ethnische Unterschiede. Der Völkermord in Ruanda war der traurige Tiefpunkt dieser Eskalation und hinterließ Tausende Tote sowie Tausende Flüchtlinge.
SOPACDI möchte diese ethnischen Konflikte überwinden. Zunächst schien es unvorstellbar, 3800 Kleinbauern mit unterschiedlicher Herkunft und Sprache zu vereinen. Doch alle träumten von einem gemeinsamen Ziel: den Lebensstandard für die Familien und für die Gemeinschaft zu verbessern.

Erhalt der vielfältigen Parzellen

Kaffee wird im Kongo nicht in Monokultur angebaut. Auf den Parzellen werden zahlreiche Kulturen gemischt angebaut. Die Kleinbauern ernten dort Bananen, Mais, Maniok und Yamswurzeln. In Kivu herrscht ein komplexes kleinbäuerliches System, das sehr gut an die Bedingungen vor Ort angepasst ist. Dies hilft den Kleinbauern und ihren Familien, das Risiko von Missernten einzudämmen und sorgt auch für einen zusätzlichen Gewinn.
Der durch die Landwirtschaft generierte Verdienst hilft den Menschen nicht nur dabei, sich zusätzliche Nahrungsmittel leisten zu können. Auch weitere grundlegende Bedürfnisse wie etwa der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung wird dadurch möglich.

Unsere Zusammenarbeit mit SOPACDI


SOPACDI ist eine Kooperative, in der sich fast 9000 Kleinbauern zusammengeschlossen haben. Das Projekt wurde 2002 von Joachim Mungnga ohne staatliche Hilfen initiiert. Ganz am Anfang leistete die Nichtregierungsorganisation COOPAC aus Ruanda etwas Hilfe. Das Ziel war es von Anfang an, qualitativ hochwertigen Kaffee zu produzieren, um so das Einkommen der Kleinbauern zu verbessern.
2008 konnte die Kooperative erstmals Kaffee exportieren und seitdem nimmt die Menge von Jahr zu Jahr zu. Drei Jahre später kauften die Kleinbauern eine moderne Aufbereitungsanlage für den Kaffee, um die Qualität so nochmals zu verbessern. Sie bringen nun einen der besten Kaffees weltweit auf den Markt.

Seit den ersten Verkäufen 2008 hat SOPACDI viel erreicht. Die Mitgliederzahl steigt an und die Menge des exportierten Kaffees entwickelt sich auch sehr dynamisch. Aus 10 Tonnen im Jahr 2008 waren 2012 schon mehr als 280 Tonnen geworden – Tendenz steigend.
ETHIQUABLE war der erste Anbieter, der den Kivu-Kaffee aus dem Kongo nach Deutschland brachte.

In aller Kürze

  • Partner seit 2013
  • Projekt wurde von COOPAC (ruandische NGO) und Alterfin unterstützt
  • Ethiquable und einige weitere Fair-Trade-Akteure begleiten SOPACDI
  • 2008 von einigen Kleinbauern gegründet
  • Mittlerweile über 8860 Kleinbauern
  • Auch Frauen spielen eine wichtige Rolle

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Adrien Brondel (Agrarwissenschaftler) begleitet das Projekt vor Ort

Produkte von SOPACDI bei ETHIQUABLE

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