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SCEB – Kakao aus der Elfenbeinküste



Auf dem Kakao-Weltmarkt werden jedes Jahr etwa 80 Milliarden US-Dollar umgesetzt, aber das Geschäft beschränkt sich im Wesentlichen auf zehn Großunternehmer, darunter 4 multinationale Konzerne. Einige Namen sind Barry Callebaut, ADM, Cargill sowie Kraft/Cadbury, Nestlé, Ferrero und Hershey.

Die Elfenbeinküste, wo 49% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und mit lediglich einem Dollar pro Tag haushalten muss, steht auf Platz eins der Kakaoproduktion für den Massenmarkt. Dieser Kakao ist ein günstiger Standardkakao, der von den feinen Edelkakaos unterschieden werden muss.

Die Coopérative Equitable du Bandama (SCEB) ist nicht auf diesem Massenmarkt unterwegs, sondern vertreibt Premium-Kakao, der biologisch angebaut und fair gehandelt ist. Mit Unterstützung von ETHIQUABLE ist es der Genossenschaft gelungen, ihre Kakaobohnen ohne Zwischenhändler direkt zu verkaufen.

120km nordöstlich des Regierungssitzes Abidjan ernten die Kleinbauern der ivorischen Genossenschaft SCEB in der Nähe von Tiassalé Kakao. Die Elfenbeinküste ist vor allem dafür bekannt, mitunter verheerenden sozialen und ökologischen Bedingungen Kakao für den Massenmarkt zu produzieren. Doch ETHIQUABLE und die Kooperative SCEB zeigen, dass es auch einen anderen Weg geben kann.

2006 hat sich ETHIQUABLE in Frankreich dazu entschieden, fair gehandelten und biologisch angebauten Kakao von der Elfenbeinküste zu beschaffen. Der Kakao sollte die lateinamerikanischen Kakaosorten im Sortiment ergänzen und einen klaren Beitrag zur Unterstützung der afrikanischen Fairhandelsbewegung leisten.

Gemeinsam mit INADES, einer ivorischen Nichtregierungsorganisation, unterstützte ETHIQUABLE die Initiative des Dorfes M’Brimbo, eine Fairhandelsgenossenschaft zu gründen. Die konsequente Beteiligung der Kleinbauern und eine demokratische Arbeitsweise waren dabei von Anfang an die Hauptziele von SCEB.

Herausforderung Bio-Zertifizierung


Seit 2008 begleitet Stéphane Senan, Landwirtschaftsberater bei ETHIQUABLE, die SCEB dabei, sich erfolgreich nach der EG-Öko-Verordnung zertifizieren zu lassen. Kein Kakaoproduzent in der Elfenbeinküste hatte vorher versucht, diese Zertifizierung zu erhalten. Allein die administrativen Aufgaben waren eine große Herausforderung. Denn erstmals mussten die landwirtschaftlichen Nutzflächen per GPS erfasst und in jeder Familie ein Anbautagebuch eingeführt werden.

Anschließend galt es, die chemischen Pflanzenschutzmittel durch biologische Alternativen zu ersetzen und die Kakaoplantagen Stück für Stück in Agroforstsysteme umzuwandeln. Dazu werden mehrjährige Hölzer zusammen mit einjährigen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen auf einer Fläche angebaut.

Leuchtturmprojekt inmitten eines Massenmarktes


2010 konnte ETHIQUABLE den ersten Kakao von SCEB nach Europa importieren. Die Menge hat sich inzwischen mehr als vervierfacht. Das liegt vor allem auch an der hohen Qualität, die SCEB inzwischen erreicht hat.

Der Kakao wird zwischen April und Mai sowie zwischen November und Januar geerntet. Dazu werden die Kakaoschoten zunächst mit einer Machete von den Bäumen abgeschnitten. Dabei ist Vorsicht geboten, um den Baum nicht zu verletzen oder andere Schoten zu beschädigen, die noch reifen müssen.

Um an die Kakaobohnen und das Fruchtfleisch zu gelangen, werden die Schoten der Länge nach gespalten. Damit die Bohnen ihr feines schokoladiges Aroma entfalten, müssen sie einige Tage fermentieren. Traditionell wurden sie einfach direkt auf dem Boden aufgehäuft. Das Verfahren war zwar effizient, sorgte aber nicht unbedingt für eine hohe Kakaoqualität.

ETHIQUABLE arbeitet deswegen gemeinsam mit SCEB daran, nach und nach die Fermentation nach lateinamerikanischer Art in der Elfenbeinküste zu etablieren. Dazu werden Gärungsbehälter aus Holz gebaut, damit der Kakao kontrolliert im Dorf fermentieren kann.

Das Verfahren macht es möglich, Kakao von der Elfenbeinküste nicht mehr als Massenprodukt, sondern als Ursprungskakao mit typischen Merkmalen und ausgeprägtem Schokoladengeschmack zu verwenden.

Der Einfluss des Fairen Handels auf SCEB

Selbstständige Organisation und Unabhängigkeit
Das demokratische und transparente Management von SCEB hat ein Bewusstsein für soziale und ökologische Entwicklung geschaffen.
Einen biologischen Qualitätskakao produzieren
2013 beschloss die Kooperative, noch bessere Qualität anzustreben. Dafür investierte man in Produktionswerkzeuge und technische Unterstützung im Bereich der Produktion und Weiterverarbeitung. Die Fermentation und die Trocknung sind die kritischsten und wichtigsten Etappen in der Weiterverarbeitung.
Ein guter Preis
Durch das Bio- und Fair-Trade-Projekt von ETHIQUABLE haben die Produzenten von Beginn an einen Mindestperis von 1250 CFA-Francs bekommen. Das ist mehr als doppelt so viel wie der konventionelle Preis. Durch unsere Preise haben die Produzenten die Möglichkeit, langfristig zu planen.
Konsolidierung durch die Prämien von Ethiquable
Die Kooperative startete 2009 mit guten Ambitionen jedoch ohne Infrastruktur. Durch die jährlich ausgezahlte Prämie konnten ein Büro, ein Versammlungsraum und ein Lager für den Bio-Kakao finanziert werden.

In aller Kürze

  • 2009 gegründet und seit 2010 Partner von Ethiquable
  • entstanden durch ein Projekt von RONGEAD und INADES
  • 64 Kleinbauern

Vor Ort

Das Projekt wird von unserem Mitarbeiter Adrien Brondel (Agrarwissenschaftler) begleitet. Von Paris aus begleitet er unsere Partner in Afrika und Frankreich.

Produkte von SCEB bei ETHIQUABLE

Weltkarte

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