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Pôtông Tea Worker Committee – Tee aus Indien



Im Vorgebirge des Himalaya liegt eine alte Plantage namens Pôtông Tea Garden. Einst wurde hier unter der Kontrolle der Kolonialherren Tee angebaut. Doch die Kräfteverhältnisse haben sich umgekehrt: Heute befindet sich die ehemalige Plantage in den Händen der Arbeiter und ist ein einmaliges Projekt in Darjeeling.

Die Arbeiter konnten sich aus ihrer Abhängigkeit befreien und gemeinsam demokratische Strukturen entwickeln. Das hat beachtliche Verbesserungen für die 343 Arbeiter und ihre Familien mit sich gebracht.

Feudalismus in Darjeeling

Viele Plantagen folgen noch heute feudalen Prinzipien, sodass die Arbeiter in einem System der Abhängigkeit gefangen sind. Oftmals erhalten sie ihre Unterkunft, die Schulbildung der Kinder und ihre medizinische Verpflegung durch die Plantage. Verliert der Arbeiter seine Arbeit, verliert er alles.

Die ökonomische, politische und soziale Realität auf einigen Tee-Plantagen gleicht eigentlich vergangenen Epochen. Die Arbeiter brauchen unsere Unterstützung, um ein neues Modell zu entwickeln, das auf Menschenrechten und einer Fairen Wirtschaft beruht. Wir wollen die Vision einer Tee-Kultur und -Industrie schaffen, in der die Produzenten selbst die maßgeblichen Entscheidungen treffen. Denn nur so lässt sich eine Kooperative gründen, die nachhaltig die Lebensbedingungen der Menschen verbessert.

Ein Ende der Abhängigkeit

Die Geschichte des Pôtông Tea Garden ist von vielen Veränderungen gekennzeichnet. Immer wieder wurde die Plantage bewirtschaftet, verlassen und wieder bewirtschaftet. 2005 vereinente sich dann schließlich 343 Kleinbauern, um den Anbau von Tee selbst in die Hand zu nehmen. Mehr als 2500 Menschen sind von dieser Plantage abhängig.

Jedes Mal, wenn die Plantagen verlassen wurden, landeten die Menschen in einer gefährlichen Armutsspirale. Die Schulen waren geschlossen, viele Menschen waren unterernährt und Krankheiten blieben oft unbehandelt. Sher Bahadur aus Pôtông erinnert sich an diese Zeit: „Es gab nichts zu Essen im Haus. Die Plantage war ein fester Bestandteil unserer Überlebensstrategie und wir hatten nie gelernt, anders über die Runden zu kommen. Wir waren zu 100 Prozent abhängig von der Teeplantage. Und dann schloss die Plantage. Was sollten wir tun?“

Die Regierung öffnete die Plantage dann irgendwann wieder, doch sie wurde schlecht geführt und schließlich an ein privates Unternehmen aus Kalkutta verkauft. Die neuen Eigentümer hatten keine Erfahung mit der Kultivierung von Tee. Die Geschäftsführung war weit weg in Kalkutta und die Plantage machte große Verluste. Die Eigentümer kapitulierten und machten sich auf die Suchen nach Käufern. Unter anderem klopften sie beim Unternehmen Tea Promoters India (TPI) an.

Die Firma gilt als ein Pionier im Bereich der Umwelt- und Sozialreformen innerhalb der Tee-Industrie. Die Tea Promoters haben ihren Sitz in Darjeeling und wurden 1990 gegründet. Indem sie geschlossene oder schlecht geführte Teeplantagen übernehmen, wollen sie dem feudal strukturierten Teeanbau in Indien ein Ende bereiten. Sie haben es geschafft, sechs lose Kooperativen zu einer zu vereinen: Pôtông Tea Garden.

Die Repräsentanten von TPI gingen auf die Arbeiter zu. Sie erklärten ihnen die Situation und machten ihnen den Vorschlag, die Plantage selbst wiederzubeleben. Die Arbeiter nahmen das Management in die Hand und 51% des Eigentums. TPI investierte 25% und stellte außerdem technische Assistenz zur Verfügung. Die bisherigen Betreiber aus Kalkutta waren ebenfalls ein Teil des Bündnisses, spielten jedoch nur ein kleine Rolle.

Anderhalb Monate später stand das Konzept und die Kleinbauern stellten ein Management-Team zusammen. Gründungsmitglied M. Bahadur erinnert sich:

Früher hatten sie die Leitung und wir waren die Arbeiter. Es war nicht von Bedeutung was sie verlangten, wir machten es einfach. Früher war das Management eine übergeordnete Macht und wir hatten Angst. Jetzt diskutieren wir alle miteinander. Jetzt gibt es neue Strukturen und wir können in Würde für unsere eigene Entwicklung arbeiten. Wir arbeiten für uns und für niemand anderen. Das ist unser Modell. Nur so haben wir eine Zukunft.

In aller Kürze

  • Partner seit 2006
  • 343 Arbeiter
  • Geschichte einer Plantage, die mehrfach aufgegeben und wiederbelebt wurde – bis 2005 die Arbeiter eine eigene Kooperative gründeten

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