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MANDUVIRA – Zucker aus Paraguay



Manduvira verändert das Leben der 25 000 Einwohner unserer Region.

Das sagt Manduvira-Vorsitzender Andrés Gonzalez bei einem Treffen während einer Reise durch Europa. Die Genossenschaft ist seit Jahrzehnten in Paraguay aktiv und genießt inzwischen breite Unterstützung in der Bevölkerung. In einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gebieten lebt – und ein Drittel unterhalb der Armutsgrenze – haben sich Kleinbauern vereinigt, um Zucker zu exportieren und sich vom Diktat der Zuckerindustrie zu befreien.

1999 erhielt die Genossenschaft das Fairtrade-Zertifikat und profitierte von der Unterstützung durch amerikanische Experten. „Wenn es nicht den Fairen Handel gäbe, dann hätte eine so kleine Genossenschaft vielleicht keinen Zugang zu so vielen Märkten auf der ganzen Welt bekommen“, betont Gonzalez. Diesem Umstand verdanken die Produzenten auch, dass Manduvira für seinen Rohrzucker in der Regel Preise erzielt, die 20 Prozent über dem Durchschnitt der lokalen Industrie liegen. In der Kooperative bleibt zudem ein Großteil der Gewinne in den Händen der arbeitenden Menschen.

Geschichte und Organisation der Kooperative


Die Genossenschaft ist in einer Region etwa 70 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Asuncion aktiv. Ungefähr 6.000 Menschen leben in der Provinzstadt Arroyos y Esteros und weitere 16.000 im Umland. Dank der traditionellen Landwirtschaft, die schon immer im Einklang mit der Natur erfolgte, wird diese Region in Paraguay auch „Organic Valley“. Doch die Grenzen zu den umliegenden Gemeinden, sind nicht die Grenzen Manduviras: Auch Kleinbauern aus den Nachbargemeinden sind Mitglied der Kooperative.

Gegründet wurde Manduvira 1975 von einer Gruppe von Lehrern, die das Ziel hatten, einen besseren Zugang zu Kleinkrediten zu schaffen und die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gemeinde zu fördern. Manduvira zählt heute 1500 Mitglieder wovon 800 als Kleinbauern arbeiten. Sie produzieren Rohrzucker, Sesam, Wolle, Stevia, Früchte und Gemüse.

Die sanfte Revolution

Die Produzenten betreiben biologische Landwirtschaft, sind selbstständig und können ihre Kinder mit Hilfe der Kooperative zur Schule  schicken. Auch die Gesundheitsversorgung hat sich deutlich verbessert. 2002 mietete die Kooperative eine stillgelegte Raffinerie, um 200 Tonnen Bio-Zucker weiterzuverarbeiten und zu exportieren. Doch schon bald reichten die Produktionskapazitäten nicht mehr aus. Um vorwärts zu kommen, holte die Genossenschaft Oikocredit mit ins Boot. Die niederländische Institution betreibt Entwicklungsförderung durch die Kreditvergabe an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Autarke Energieversorgung

Manduvira hat eine Produktionskapazität von 15.000 bis 20.000 Tonnen Bio-Rohrzucker pro Jahr. Ihr Anspruch war es, ein ökologisches Modell zu schaffen, das die Fabrik autark mit Energie versorgt. Der Rohrzucker wird durch Dampf erhitzt, ohne dass schädliche Stoffe produziert werden.
Im Februar 2013 hatte bei Manduvira bereits die nächste Innovation begonnen: Jedes Mitglied hatte sich darauf eingelassen, parallel zum Anbau von Zuckerrohr auch das Süßungsmittel Stevia anzubauen.

In Paraguay hat sich die Welt der Kooperativen vor allem im ländlichen Gebiet weiterentwickelt, da der Staat hier nahezu abwesend ist. Die Menschen vereinigen sich also, um gemeinsam Probleme zu bewältigen. Ein gerechter Preis für die eigenen Erzeugnisse und der Erhalt der Umwelt bleiben für Manduvira das wichtigste Ziel. Denn eine gesunde Umwelt, sei das wichtigste Erbe, das man an seine Kinder und Enkelkinder weitergeben könne, sagt Manduvira-Vorsitzender Andrés Gonzalez.
Die Kooperative investiert alle Gewinne in das Wohlbefinden der Menschen. Jedes Jahr im März treffen sich die Mitglieder zur Generalversammlung, um darüber zu entscheiden wie die Fair-Trade-Prämien am besten investiert werden. Traditionell werden 50 Prozent als einmalige Zahlung verteilt und die übrigen 50 Prozent in soziale und ökonomische Projekte gesteckt.

Ökonomische Sicherheit

Eines der wichtigsten Ziele der Organisation ist es, ökonomische Sicherheit für die Mitglieder herzustellen. Dabei geht es nicht nur um stabile Verkäufe der landwirtschaftlichen Produkte, sondern um eine insgesamt sichere Einkommenssituation für die Kleinbauern. Wenn ein Mitglied eine schwierige Situation wie beispielsweise den Verlust eines Familienmitglieds, eine Missernte oder Finanzierungsprobleme vor der Ernte bewältigen muss, kann es sich der Unterstützung durch Manduvira sicher sein.

In aller Kürze

  • 1750 Mitglieder, darunter 800 Produzenten (Zucker, Sesam, Baumwolle, Stevia, Früchte und Gemüse)
  • 1975 von einer Gruppe von Lehrern gegründet

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Produkte von MANDUVIRA bei ETHIQUABLE

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