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Jambi Kiwa – Kräutertee und Früchte aus Ecuador



In Ecuador, gehört die Region Chimborazo zu den durch die Anden geprägten Gebieten. Die Bevölkerung hier besteht hauptsächlich aus den Ureinwohnern des Stammes Puruha. Ihre Muttersprache ist Quichua und spielt bis heute eine wichtige Rolle für ihre Identität.

Es ist eine sehr arme Region, abgeschnitten von den Entwicklungen und Dynamiken des restlichen Landes.

Hinzu kommen Probleme von kultureller und ökonomischer Art, beispielsweise Geschlechterfragen und die Ungleichheit zwischen Mann und Frau.

Doch in der Organisation Jambi Kiwa sind es hauptsächlich Frauen, die sich organisieren und ihre Rechte einfordern – und dies in einer Gesellschaft, die stark patriarchalisch und chauvinistisch geprägt ist.

Teil des Fairen Handels zu sein und Tee sowie Physalis zu exportieren ist eine echte Herausforderung für die 150 Frauen des puruhanesischen Stammes.

Wir, die Kleinbauern, sollen hauptsächlich produzieren, aber nicht mitreden oder mitentscheiden, . Wir brauchen keine Hilfsprojekte. Wir wollen des droits de VRAIS humains / Wir fordern einfach nur unsere Menschenrechte ein.

– Rosa Guaman

Rosa Guaman ist eine von den Frauen, die sich besonders stark für Jambi Kiwa engagiert und sich für die Wertschätzung der Bauernfrauen in der andinen Gesellschaft einsetzt.

Ihre Bemühungen fokussieren sich seit 40 Jahren darauf, ihre Rechte zu verteidigen und diejenigen zu unterstützen, die endlich selbstständig sein wollen.

Die charismatische Kämpferin ist außerdem Vorsitzende von FUNDEPPO, einer Organisation, die das Kleinproduzenten-Symbol SPP ins Leben gerufen hat. Dieses Fair-Trade-Label wird von ETHIQUABLE seit seiner Gründung im Jahr 2006 unterstützt.

Weitere Informationen über SPP finden Sie hier.

Die Jahre des Kampfes

Für Jahrhunderte hatte die spanische Kolonialisierung den Indigenen der Anden ihr Land geraubt und sie zu Hörigkeit und Zwangsarbeit verurteilt.

In der Region Chimborazo, in der die indigenen Puruha leben, hat dieses System bis ins 20. Jahrhundert angedauert und allen Reformversuchen standgehalten.
Die Indigenen lebten dort in einer Form der Apartheid, welche sie von vielen öffentlichen Angeboten ausschloss (vor allem vom Schulsystem) und sie wie Menschen zweiter Klasse behandelte.

Erst in den 1960er Jahren konnte sich durch das historische Engagement von Riobama Monseigneur Proano ein Wandel vollziehen. Schließlich entwickelte sich eine Emanzipationsbewegung im „Urvolk“.

Die indigene Gemeinschaft organisierte sich und konnte ihre Rechte in ihrem Land wieder etablieren.

Das Leben der Frauen

Die indigene Bevölkerung Chimborazo hat einen Großteil ihres Landes wiederbekommen, doch die Armut und die demografischen Bedingungen sind der Grund, weshalb viele junge Männer die Region verlassen, um in der Stadt Arbeit zu finden.

Sie verlassen die Region nach der Aussaat und kehren nicht vor der Erntezeit zurück. Während ihrer Abwesenheit sind es die Frauen, die sich um den Acker und die Tiere (Schweine, Schafe etc.) kümmern.

In diesem Kontext entstand 1999 Jambi Kiwa, um mit Hilfe der neuen zarten ökonomischen Aktivitäten die starke Armut einzudämmen und die Flucht in die Stadt zu reduzieren. Den Frauen wurde dadurch die Möglichkeit gegeben ihr Know-how einzubringen.

Sehr schnell engagierte sich die Kooperative in der Produktion und Vermarktung der Kräuter. Denn das sind die traditionellen Aktivitäten der Frauen: die Kultivierung der Pflanzen mit geringem Investment (ein kleiner Garten bewässert mit Brauchwasser) und einem geringen Arbeitsaufwand – zumindest für diejenigen, die die Geheimnisse kennen und sie von Generation zu Generation weitergeben.

Die Geschichte der Frauen: vom Lokalen Verkauf zum Fairen Handel

Während der ersten Jahre haben die Frauen ihre Ernte noch auf den lokalen Märkten des Dorfes verkauft, später auch an die Bewohner der Stadt, die ihre Produkte sehr zu schätzen wussten.

Bestärkt durch ihren Erfolg auf dem lokalen Markt entschied die Kooperative, ihre Produktion zu verbessern und auszuweiten. Die Pflanzen wurden unter ihnen aufgeteilt und ohne den Gebrauch von chemischen Substanzen kultiviert. Der Boden wird in erster Linie durch Bio-Kompost angereichert.

Die Initiative wurde zum großen Erfolg und die Kooperative hat mit Hilfe der Diözese von Riobamba ein Gebäude angemietet, um dort die Ernte weiterzuverarbeiten.

Jambi Kiwa hat mittlerweile den Wandel von einem reinen Manufakturbetrieb zu einer kleinen Fabrik vollzogen und vermarktet die Kräutermischungen nicht mehr bloß auf dem lokalen Markt, wo sie sehr begehrt sind, sondern auch in den Läden der Hauptstadt Quito.

2004 wurden erstmals 10 Tonnen getrocknete Kräuter produziert. Dies war ein Novum in der Entwicklung der Organisation.

Seitdem besitzt die Organisation das Zertifikat für Fairen Handel und begann zudem mit dem Export der Produktion, da man die Kräuter mittlerweile auf professionelle Weise trocknen und zerkleinern konnte.

In aller Kürze

  • Jambi Kiwa liegt in der Provinz von Chimborazo, Ecuador
  • Partner seit 2005: Mehr als 150 Frauen haben sich zur Kooperative Jambi Kiwa zusammengeschlossen
  • Produktion: kleine Gärten von 50 bis 100 qm, außerdem Gartenhäuser mit Heilkräutern und Physalis, welche Sie in unseren Tees und Konfitüren wiederfinden
  • Internetauftritt der Kooperative (Facebook)

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Produkte von Jambi Kiwa bei ETHIQUABLE

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