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FAPECAFES – Kaffee und mehr aus Ecuador



Die Federación Regional de Asociaciones de Pequeños Cafetaleros Ecológicos del Sur (FAPECAFES) hat den Kaffeeanbau in der Region Puyango wiederbelebt, indem sie konsequent auf hohe Qualität gesetzt hat.

Der direkte Export ihres Qualitätskaffees macht die isolierten Bauernfamilien an den Westhängen der Anden stolz und ist für sie eine besondere Anerkennung ihrer harten Arbeit. Gepaart mit dem wirtschaftlichen Erfolg der Vereinigung ist FAPECAFES zu einem Vorzeigebeispiel für genossenschaftliche Strukturen in Ecuador geworden.

Seit 2003 unterstützen wir ihre Vision von Agrarökologie. Dabei hat die Vielfalt der Parzellen immer eine große Rolle gespielt und neben Kaffee viele weitere Produkte hervorgebracht: Von FAPECAFES stammen die Zutaten für Maniok-Chips und unsere Kochbananenchips.

Spezialitätenkaffee statt Niedergang des Kaffeeanbaus

Ecuadorianischer Kaffee leidet unter einem schlechten Ruf, sodass auch die Verkaufspreise entsprechend niedrig ausfallen und oft etwa 20 Prozent unter den internationalen Preisen liegen. Die Kaffees wurden früher trocken aufbereitet und hatten dadurch oft einen recht erdigen Geschmack. Sie waren für minderwertige Mischungen geeignet, nicht aber für den Spezialitätenmarkt.

Starke Preisschwankungen führten dazu, dass einige Bauern sich nur in den Jahren die Mühe machten, ihren Kaffee zu ernten, in denen die Preise hoch genug waren, um die Produktionskosten zu decken. Der Kaffeeanbau ging sukzessive immer weiter zurück, nicht zuletzt auch durch die starke Landflucht in der Region beschleunigt.

Dabei bringt die Region unter anderem wegen der Höhenlage eigentlich ideale Voraussetzungen für den Kaffeeanbau mit. 1997 schlossen sich deswegen Kaffeebauern der Region zusammen, um die Qualität ihres Kaffees zu verbessern. Sie pflückten ausschließlich die reifen Kaffeekirschen, kontrollierten den Fermentationsprozess und erhöhten mit der nassen Aufbereitung deutlich die Qualität.

Zunächst verkauften die Bauern ihre Ernte an lokale Exporteure, aber 1999 nahmen sie den Export selbst in die Hand und konnten ihre Erträge dadurch stark erhöhen.

Unsere Geschichte mit FAPECAFES

PROCAP, eines der FAPECAFES-Mitglieder exportierte 2001 den ersten Kaffee unter Fairtrade-Bedingungen. ETHIQUABLE war einer der ersten kommerziellen Partner von PROCAP und hat die Kooperative damit in einer Zeit unterstützt, in der es weltweit eine große Krise auf dem Kaffeemarkt gab. Die Preise waren ins Bodenlose gefallen und viele Produzenten mussten aufgeben.

Der Faire Handel machte es möglich, den FAPECAFES-Produzenten das 2- bis 3-fache des Preises zu zahlen, der zu dieser Zeit von lokalen Händlern erhoben wurde. Es entstanden weitere Genossenschaften, die dann 2003 gemeinsam mit PROCAP den Verband FAPECAFES gründeten. In den Folgejahren wurden weitere Kooperativen ins Netzwerk des Verbands aufgenommen. Der ETHIQUABLE-Kaffee kommt jedoch nach wie vor bevorzugt von PROCAP.

Kaffeebauern mit überschaubaren Parzellen

Die meisten Produzenten der Kooperativen bauen nur wenig Kaffee an. Sie bewirtschaften Parzellen mit einer Größe zwischen 0,5 und 3 Hektar und ernten jährlich weniger als 500 kg Rohkaffee. Die Subsistenzwirtschaft spielt fü sie also eine große Rolle. Zusätzlich zum Kaffee kultivieren sie viele andere Nutzpflanzen, um ihre Familie mit Lebensmittelmitteln zu versorgen. Nur etwa 15 Prozent der Erzeuger bauen auf mehr als 4 Hektar Fläche Kaffee an und werben für die Erntezeit zusätzliche Helfer an. Sie produzieren in der Regel 1000 bis 4000 kg Kaffee pro Jahr.

Aufgrund der höheren Preise im Fairen Handel waren viele Bauern in den letzten Jahren motiviert, ihre Parzellen zu renovieren und die Erträge zu steigern. Einige von ihnen ernten auf derselben Fläche nun etwa doppelt so viel Kaffee wie früher.

Etwa die Hälfte der Produzenten haben kleine Weiterverarbeitungszentren errichtet, in denen sie den Kaffee nach der Ernte entpulpen, waschen und trocknen. Kleinere Produzenten in abgelegenen Regionen erledigen diese Arbeit zu Hause. Die finalen Aufbereitungsschritte erfolgen dann im Zentrum von FAPECAFES, das 2006 in Catamayo errichtet wurde.

Einen Sonderstatus nehmen in gewisser Weise die Produzenten von APEOSAE und APECAP ein. Denn sie profitieren vom feuchten Klima der Amazonas-Region und ernten bis zu einer Tonner Kaffee pro Hektar, also viel mehr als in den anderen Gebieten. Das besondere Mikroklima erlaubt es ihnen, die Kaffeeernte über 6 Monate im Jahr zu verteilen.

Import weiterer Produkte von FAPECAFES

FAPECAFES legt großen werden auf die Diversität der Parzellen seiner Mitglieder. Neben Kaffee sind daher nach und nach auch weitere exportfähige Produkte hinzugekommen, zum Beispiel Erdnüsse, Früchte und Kochbananen. ETHIQUABLE unterstützt diesen Weg und entwickelt daher in Europa immer mehr Produkte, die auf den Zutaten von FAPECAFES basieren.

Die Auswirkungen des Fairen Handels

1. Ein einträglicher und stabiler Preis

Dank des Fairen Handels und eines lukrativen Preises konnte der Erzeugerverband sehr strenge Spezifikationen festlegen, um eine gleichbleibend hohe Qualität des Kaffees zu garantieren. Heute verkaufen PROCAP und die anderen FAPECAFES-Genossenschaften mehr als 90 Prozent ihrer Ernte an den Fairen Handel und die Importeure von Spezialitätenkaffee.

Durch diese starken Partnerschaften haben die Produzenten die beispiellose Krise auf dem Kaffeemarkt überstanden, die von 2000 bis 2004 zu Weltmarktpreisen von 1,10 bis 1,50 Dollar pro kg führte. Damit konnten die Produktionskosten nicht einmal ansatzweise gedeckt werden.

2. Politische und wirtschaftliche Stärkung der Organisation

Der Export ihres Spezialitätenkaffees macht die Bauern stolz. Gepaart mit dem wirtschaftlichen Erfolg und dem schnellen Wachstum von FAPECAFES entstand daraus eine starke Position der Kooperativen. Sie werden als Stimme der Kleinbauern wahrgenommen.

Die FAPECAFES-Basisgenossenschaften wachsen weiter und in den benachbarten Regionen entstehen neue Verbände. Dadurch entstehen auch neue Dienstleistungen, von denen alle Kooperativen profitieren. Zu gibt es inzwischen beispielsweise einen verbesserten Zugang zu Krediten.

3. Erhalt der Agroforstsysteme

Die Arbeit der FAPECAFES-Bauern ist der Gegenentwurf zur industriellen Landwirtschaft. Die kleinen Familienbetriebe erhalten große Bäume oder forsten mitunter sogar wieder auf. Denn der Wald liefert Schatten für die Kaffeespflanzen und die Fruchtbarkeit des Bodens wird durch die Deckschicht aus Blättern und Zweigen erhalten. Die Agroforstsysteme sorgen für eine große Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

Die Kooperativen bieten regelmäßig Schulungen an und beschäftigen Mitarbeiter, die auf dem Land unterwegs sind, um die Bauern zu beraten. Dabei geht es zum Beispiel um Kompostierung oder vorbeugende Schädlings- und Krankheitskontrolle mit biologischen Mitteln.

 

In aller Kürze

  • Partner seit 2003
  • FAPECAFES ist der Zusammenschluss von 5 Genossenschaften mit mehr als 1.200 Kleinproduzenten.
  • Kleinbauern mit kleinen Parzellen zwischen 0,5 bis 3 Hektar Größe
  • extrem diversifizierte Parzellen: Kaffee, Maniok, Arakacha, Zitrusfrüchte, Erdnüsse und mehr

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Produkte von FAPECAFES bei ETHIQUABLE

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