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Dazhangshan – Tee aus China



Der Teegarten Dazhangshan liegt in den Wuyuan-Bergen Chinas. Hier benutzen die Kleinbauern zur Kultivierung des Tees weder Petizide noch andere Chemikalien. Das hat die Bio-Zertifizierung deutlich erleichtert. Die Kooperative hat das Ziel, die Lebensbedingungen zu verbessern und die lokale Ökonomie anzukurbeln.

DIE URSPRÜNGE DES GRÜNEN TEES

Für viele Chinesen ist der Grüne Tee das absolute Lieblingsgetränk. Als sie zum ersten Mal Tee an niederländische Händler verkauften, so erzählt man sich, ließen die Chinesen die Europäer in dem Glauben, der Grüne Tee stamme von einem besonderen Strauch. Mit dieser Begründung exportierten sie zunächst ausschließlich Schwarzen Tee. Dabei stammen beide Tees in Wirklichkeit vom gleichen Busch. Allerdings werden die Blätter für Grünen Tee im Gegensatz zum Schwarzen Tee nicht fermentiert. Die chinesischen Händler bewahrten das Geheimnis ihres Lieblingsgetränks, indem sie nur die qualitativ minderwertige Überproduktion ins Ausland verkauften.

Eine andere Version der gleichen Geschichte besagt, dass die ersten Kisten Tee, die zum Verkauf nach Europa geschickt wurden, tatsächlich Grünen Tee enthielten. Jedoch war der im untersten Bereich der Ladung verstaute Tee verschimmelt oder gegoren. In Europa waren fernöstliche Produkte in dieser Zeit in Mode und so fanden die Europäer den unbekannten Tee vorzüglich. Von nun an erhielten sie nur noch fermentierten Tee aus China.

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Insgesamt bewirtschaften die Mitglieder der Dazhangshan Organic Farmers Association 9000 Hektar Land. Die 14600 Produzentenfamilien sind Besitzer mehrerer kleiner, versprenkelter Landparzellen. Dies ist eine Folge der Reprivatisierung von Land in den 80er Jahren.
Die Bauernfamilien bauen Reis und Gemüse wie zum Beispiel Kürbisse, Gurken, Bohnen und Erdnüsse an. Das sichert ihnen die Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Manchen von ihnen produzieren auch Überschüsse, die sie auf dem lokalen Markt verkaufen. Einige Bauern arbeiten außerdem in den Großstädten der Region und erhalten so ein zusätzliches Einkommen. Trotzdem bleibt der Tee, der auf den Parzellen von durchschnittlich einem Hektar Größe angebaut wird, die Haupteinnahmequelle.

Die Berge des Nebels und der Wolken

Die Gärten der Dazhangshan Organic Farmers Association liegen in der Jiangxi-Region nahe der Grenze zu der Region Fujian im Zentrum Chinas. Sie ist eine der ärmsten Regionen des Landes und zugleich ein Ort atemberaubender landschaftlicher Schönheit. Die Umweltverschmutzung ist im Vergleich zu anderen Regionen Chinas gering. Diese Faktoren haben die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft begünstigt.
Der Tee wird an den Hängen der Da Zhang Shan, den „Bergen des Nebels und der Wolken“ in 600 Metern Höhe geerntet. Die fruchtbaren Böden, die Höhenlage und die Feuchtigkeit erlauben es, hier einen Tee zu produzieren, der wegen seines reichen Aromas schon seit den Dynastien Tang und Ming in China hoch geschätzt wird.

Jede Knospe der Pflanzen wird von Hand verlesen. Traditionell werden nur die beiden obersten Blätter abgepflückt.
Diese grünen Blätter werden dann in den kleinen Fabriken der 36 umliegenden Dörfer einige Minuten auf 100°C erhitzt, um so die Fermentation zu unterbrechen. Um dem Tee die Formen winziger Kordeln („Chun mee“) oder Kugeln (die berühmten „Gunpowder“) zu verleihen, werden die Blätter per Hand eingerollt. Auf einem Gitter werden sie bei warmer Luft getrocknet und anschließend an eine zentrale Fabrik geliefert. Hier werden sie ausgelesen, sortiert und abgepackt.

Wirtschaftliche Erfolge

1998 profitierten die Erzeuger der Genossenschaft Dazhangshan von der Erlaubnis, biologisch angebauten Grünen Tee nach Europa zu exportieren. Die Kooperative gehörte in China zu den Vorreitern für Bio-Landwirtschaft. Im Jahr 2003 wurde die Fabrik privatisiert und durch mehrere Gesellschafter, darunter die Angestellten, aufgekauft. Der Erfolg dieses Modells und ein gewisser Einfluss in der Region erlauben es der Organisation, beachtliche öffentliche Macht auszuüben. Um die Natur zu bewahren, setzt sie sich für die Begrenzung der Industrialisierung in der Region ein.
Von den 450 Tonnen Tee, die von den Mitgliedern der Genossenschaft Dazhangshan 2007 produziert wurden, waren etwa 90 Prozent Güner Tee. Es wurden 320 Tonnen Gunpowder und 120 Tonnen „Chun Mee“-Tee hergestellt, von welchem etwa 5 Tonnen als Hochqualitätsware von chinesischen Tee-Kennern gekauft werden.
Für den unverarbeiteten Tee, den die Produzenten an die Fabrik liefern, wird ihnen ein Preis von umgerechnet 2 bis 2,50 Euro pro Kilo gezahlt. Dieser Preis ist doppelt so hoch wie der normale Preis in der Region. Die Fairtrade-Prämie von 0,72 Euro pro Kilo erhöht diese Vergütung noch einmal um 33 Prozent.

Soziale Erfolge

Die Organisation ist seit dem Jahr 2001 Fairtrade-zertifiziert. Seitdem wurden die Sozialprämien größtenteils dazu genutzt, den Ausbau der lokalen Schule zu finanzieren. Es wurden beispielsweise ein Informatikraum mit 40 Computern sowie ein Sprachlabor zur Förderung der Englischkenntnisse eingerichtet.
In Kooperation mit der öffentlichen Hand realisiert die Kooperative nun die Errichtung eines Internats in einem anderen Dorf der Region. Das erspart den Schülern lange Fußwege und sorgt bei vielen für deutlich bessere Wohnbedingungen. Damit auch die ärmsten Kinder Schulen und Universitäten besuchen können, hat die Dazhangshan Organic Farmers Association entschieden, ein Stipendienprogramm aufzulegen. Das Programm ist derzeit für vier Jahre finanziert, jährlich profitieren 10 Schüler von der Unterstützung.

Ökologische Erfolge

Ein Teil der Fairtrade-Prämie wird inzwischen auch für die Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft und für die Finanzierung besserer Technik zur Teeverarbeitung verwendet.

In aller Kürze

  • Partnerschaft seit 2003
  • 14 600 Kleinbauern
  • jeweils 1-2 Hektar Kaffee in Verbindung mit anderen Kulturen wie Reis und Gemüse
  • 2001: Fairtrade-Zertifizierung

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