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COPABO – Cashews von der Elfenbeinküste



Die Elfenbeinküste ist das erste afrikanische Land, das Cashews exportiert. Doch die meisten Produzenten verdienen nur wenig Geld damit, weil die unverarbeiteten Früchte in Indien weiterverarbeitet und von dort zu einem deutlich höheren Preis nach Europa verkauft werden.

Die Organisationen „Inades Formation“ (Elfenbeinküste) und RONGEAD (Frankreich) sind angetreten, um diesen Missstand zu beseitigen. Sie haben ein Projekt initiiert, um die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen. Die Mitglieder der Cooperative de Planteurs d’Anacarde de Bondoukou (COPABO) schälen die Cashews jetzt selbst und Ethiquable kümmert sich um die Vermarktung in Europa.

In der Region Zanzan, die lange Zeit mit massiver Waldzerstörung zu kämpfen hatte, sind Cashews die einzige Einkommensquelle für die Familien der Bauern von COPABO. Deren Kultivierung und Vermarktung im Rahmen des Fairen Handels hat die Landflucht eingedämmt. Durch die lokale Weiterverarbeitung, die überwiegend von Frauen organisiert und umgesetzt wird, findet mehr Wertschöpfung in der Region statt. Von der zunehmenden Wirtschaftskraft profitieren auch kleine Geschäfte und Dienstleister vor Ort.

Cashewbäume stoppen die Wüste und schaffen Perspektiven

In der Elfenbeinküste ist vor allem der Süden des Landes reich an fruchtbaren Böden und anderen natürlichen Schätzen, während der Norden mit schlechter Bodenqualität und einer zunehmenden Desertifizierung zu kämpfen hat. Cashewbäume wurden dort in den 1970er Jahren eingeführt, um die Sahelzone aufzuforsten und der ungezügelten Ausbreitung der Wüste Einhalt zu gebieten. Deren Früchte, die Cashews, sind auf dem Weltmarkt sehr beliebt, sodass die Bäume zugleich wirtschaftliche Perspektiven schaffen konnten.

Die Kultivierung an sich erfordert eigentlich wenig permanente Arbeit und sorgt gleichzeitig für beachtliche Exportmöglichkeiten, weil sich Früchte auf verschiedene Weise weiterverarbeiten lassen. Für die Bevölkerung im Norden entstand daraus die Möglichkeit, den eigenen Lebensstandard nachhaltig zu verbessern. Die starke Zunahme des globalen Bedarfs an Cashews zwischen 1994 und 1999 sorgte für ein schnelles Wachstum in der Region: 1993 belief sich die Jahresproduktion noch auf 5000 Tonnen, heute sind es mehr als 100 000 Tonnen.

Risiken im Geschäft mit den Cashews

Der Anbau der Cashews ist dennoch in vielerlei Hinsicht eine fragiles Geschäft. Aufgrund fehlender Liquidität sind die Kleinbauern abhängig von den indischen Aufkäufern, die die Ernte bereits im Voraus zu einem niedrigen Preis reservieren. Die Produzenten sind gezwungen, auf diese niedrigen Preise einzugehen, weil sie keinen Zugang zu Krediten haben.

In diesem Kontext und angesichts der Bedrohung durch die internationale Konkurrenz in Indien und Vietnam besteht das Risiko, dass die Nachfrage sinkt und mit ihr auch der Preis. Die Zukunft der 25 000 Kleinbauern in der Elfenbeinküste hängt also davon ab, ob sie in der Lage sind stabile Absatzmärkte zu finden und dauerhaft die Weiterverarbeitung vor Ort organisieren können.

Eine Initiative der Frauen

Die Kooperative COPABO hat ihren Sitz in Zanzan im Norden der Elfenbeinküste. Diese Region ist vom Rest des Landes weitestgehend abgeschnitten und hat mit politisches Problemen zu kämpfen, die Erne und Vermarktung von Cashews, Kakao und Kaffee zusätzlich erschweren.

Die Frauen in den ländlichen Gebieten sind absolut marginalisiert. Sie haben weder Zugang zu Bildung noch zu Krediten oder festen Jobs. Aber die Frauen sind traditionell im Bereich der Lebensmittelverarbeitung sehr aktiv und finden gemeinsam raffinierte Lösungen für ihre alltäglichen Probleme. Aus diesem Grund sind auch viele Frauen engagierte Mitglieder von COPABO.

Inzwischen besteht die Kooperative aus den drei Untergruppen Kultivierung, Weiterverarbeitung und Vermarktung.

Die Weiterverarbeitung der Cashwes erzielt gleich mehrere Effekte:

  • Wertschätzung der Rolle der Frau
  • Wertschätzung der lokalen landwirtschaftlichen Ressourcen
  • durch den Verkauf eines essbaren Produkts steigt der Wert
  • Entstehung einer ökonomischen Tätigkeit, die von Frauen organisiert wird
  • Unabhängigkeit von schlechten Preisen der Zwischenhändler und Wucherkrediten der Banken

Effekte des Fairen Handels

1. Mehrwert für die Produzenten:

Der gerechte Preis, der von Ethiquable gezahlt wird, kommt COPABO zugute. Sie erhalten 40 bis 70 Prozent mehr Geld als vorher. Damit können die Kosten für die Produktion, die Ernte und die Instandhaltung der Parzellen gedeckt werden. Auch nach Abzug dieser Kosten bleibt noch etwas übrig, um Neuanschaffungen zu tätigen.

2. Entstehung lokaler Arbeitsplätze:

Die Weiterverarbeitung der Cashews haben von Anfang an Frauen organisiert und geleitet. Die Frauen in der ländlichen Region der Elfenbeinküste sind oft arm. Dieses Projekt sendet somit auch ein deutliches Signal an andere marginalisierte Gruppen. Für die Frauen aus den Dörfern ist es das erste Mal, dass sie einen eigenen Lohn erhalten.
Mehr als 200 Arbeitsplätze wurden durch das Projekt der lokalen Weiterverarbeitung geschaffen. Die Männer und Frauen, die hier arbeiten, kommen alle aus dem Dorf. Sie sind genauso gleichberechtigte Mitglieder der Organisation wie die Produzenten der Cashews. Die Arbeiter erhalten bis zu 60 Prozent mehr Lohn als in den anderen Fabriken der Region.

3. Vorfinanzierung ist nun möglich:

Ein gerechter Preis hilft dabei, die fehlende Liquidität der Familien im Norden zu beseitigen. Die Monate Dezember und Januar stellen eine schwierige Periode dar, weil die Cashew-Ernte noch nicht begonnen hat und die Familien trotzdem laufenden Kosten haben. Die Vorfinanzierung der Ernte ist für sie während dieser Zeit eine Frage des Überlebens. COPABO hat sich Zugang zu externen Fonds verschafft, um dies sicherzustellen. Das gelingt in einem von Korruption geprägten Umfeld in der Elfenbeinküste nur sehr wenigen Organisationen.

4. Eine transparente Kooperative:

Viele Kooperativen haben Probleme mit Führungskräften, die in die eigene Tasche wirtschaften. Sie verlieren dadurch nicht nur Geld, sondern auch ihr Ansehen und somit die Möglichkeit auf internationale Kooperationen. COPABO ist eine Ausnahme. Das konsequent transparente und sehr korrekte Arbeiten des Management-Teams sorgen für großes Vertrauen innerhalb der Kooperative und auch nach außen in der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

5. Nachhaltige Perspektive für den Norden:

In einem Land, in dem Entwicklungshilfen vom Staat selten im Norden ankommen, stellt die Cashew-Produktion für die dortige Bevölkerung einen Ausweg aus der Abwärtsspirale dar.

In aller Kürze

  • Partner seit 2007
  • 1000 Produzenten und 200 Frauen in der Weiterverarbeitung

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Adrien Brondel (Agrarwissenschaftler) mit Wohnsitz in Paris hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort. Er kümmert sich um Projekte in Afrika und Frankreich.

Produkte von COPABO bei ETHIQUABLE

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