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CECAOT – Quinoa aus Bolivien

Der Schutz des Ökosystems im Altiplano



Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen der Lamazucht und dem Quinoa-Anbau zu finden, um die Bodenerosion zu bekämpfen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten. Das ist eine der größten Herausforderungen der nachhaltigen Quinoa-Produktion.

Ein traditionelles System, das einem anfälligen Ökosystem angepasst ist

Die Witterungsbedingungen im bolivianischen Altiplano sind sehr hart. Dürre und Frost prägen die Gegend. Landwirtschaft kann hier nur mit Hilfe althergebrachten Wissens betrieben werden. Es wird von Generation zu Generation weitergegeben und ist ein wertvoller Schatz der Anden.

Das Agrarsystem der indigenen Gemeinschaften im Altiplano ist ausgeklügelt. Die weiter unterhalb gelegenen Gebiete waren wegen des niedrigen Frostrisikos für den Lebensmittelanbau besser geeignet, sodass dort hauptsächlich Quinoa und Kartoffeln kultiviert wurden. Die Lamas produzierten dort einen natürlichen Dünger und verbesserten damit den Boden. Außerdem spielte die Fruchtfolge eine große Rolle.

Doch der globale Markt macht auch vorm Altiplano nicht halt

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Lebensweise im Altiplano jedoch verändert. Um ihr Einkommen zu verbessern, haben immer mehr Familien ihre mit lokalem Handel, vorübergehender Migration in die Stadt und der Kultivierung von Kaffee begonnen. Nur so konnten die Gemeinschaften auf der Hochebene überleben.

Auch das Agrarproduktionssystem hat sich stark verändert. Die Quinoa war bei den städtischen Konsumenten fast in Vergessenheit geraten. Seit den 1980er Jahren erlebt sie aber eine neue Blüte und wird nun auch wieder in den Supermärkten der großen Städte Boliviens und Perus verkauft.

Das Nachbarland Peru wurde schnell zum Hauptimporteur der bolivianischen Quinoa und ist es bis heute. In den 1990er Jahren entdeckten auch die amerikanischen und insbesondere die europäischen Konsumenten dieses Pseudogetreide für sich. Aufgrund der starken Nachfrage wurde die Quinoa-Kultivierung von den Bergparzellen bis ins Puna-Flachland erweitert.

Die neuen Flächen konnten auch mit Traktoren bearbeitet werden, während in den Bergen fast ausschließlich manuell gearbeitet werden konnte. Einige Gemeinschaften legten zusammen und kauften oder mieteten Traktoren.

Für die Bauern des bolivianischen Altiplano, das zu den ärmsten Gebieten Lateinamerikas zählt, war das ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Doch bald zeigte sich, dass die neue Dynamik auch negative Effekte hat: Die neue Produktionsweise hat das ökologische Gleichgewicht ins Wanken gebracht. Denn das traditionelle Düngesystem funktioniert nicht mehr.

Handeln um das verlorene Ökogleichgewicht wiederzufinden

Die Central de Cooperativas Agropecuarias „Operation Tierra“ (CECAOT) zählt insgesamt etwa 300 Quinoa-Produzenten aus 14 Kooperativen im südlichen Salar von Uyuni. Sie ist seit 2006 Partner von Ethiquable und beliefert uns mit der Quinoa Real. Diese Varietät mit mit weißem Kern ist die bekannteste auf dem europäischen Markt.

CECAOT realisierte schnell, welche Gefahren durch die immer schlechter werdende Bodenqualität entstanden – und handelte: Eine Bio-Zertifizierung sollte die Gefahren eindämmen. Ein Aktionsplan sah unter anderem die Wiedereinführung der Tierhaltung vor. Auch sollte die Fruchtfolge optimiert werden. Dieses ambitionierte Vorhaben konnte jedoch nur in Verbindung mit den höheren Preisen des Fairen Handels eine Aussicht auf Erfolg haben.

Inzwischen verkaufen CECAOT-Produzenten mehr als 40 Prozent ihrer Produktion zu den Bedingungen des Fairen Handels. Dadurch kann die Kooperative den Erzeugern rund 60 Dollar pro 50kg-Sack bezahlen. Das entspricht dem doppelten des lokalen Marktpreises.

In aller Kürze

  • Lage: Der bolivianische Altiplano liegt auf einer Höhe zwischen 3900 und 4200 Metern in der Region Uyuni
  • Partner von ETHIQUABLE seit 2006
  • Die 300 Mitglieder der Kooperative kultivieren ihre Quinoa auf ca. 10 Hektar und züchten zudem auch Lamas
  • Die Bio-Quinoa ist eine traditionelle Sorte aus dem Altiplano

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Vor Ort

Seit 2000 begleitet die NGO Agronomes et Vétérinaires Sans Frontières (AVSF) die Quinoa-Produzenten in Süd-Bolivien. Dabei stehen eine Verbesserung der Produktionsmethoden und die Nachhaltigkeit des Anbaus im Fokus.

Produkte von CECAOT bei ETHIQUABLE

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