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APROMALPI – Mangos und Maracuja aus Peru



Die Asociación de Productores de Mangos del Alto Piura (APROMALPI) ist eine kleine Gruppe von Bauern, die es leid waren, sich von den Zwischenhändlern ausbeuten zu lassen und mit ihrer Arbeit kaum etwas zu verdienen. Mittlerweile exportieren sie ihre Mangos selbst und haben somit das geschafft, was bislang ein Privileg der Großplantagenbesitzer war. APROMALPI zeigt, dass die kleinbäuerliche Landwirtschaft dauerhaft existenzsichernd und gewinnbringend sein kann. Durch die Kooperative APROMALPI ist das Einkommen der Bauern um 15 bis 30 Prozent gestiegen und auch ein allgemeiner Anstieg der Preise auf dem lokalen Markt konnte bewirkt werden.

Ein Ungleichgewicht zwischen der ländlichen Region und der Küstenregion und der Hauptstadt

Der Norden Perus ist eine sehr heterogene Region. Wüste, Anden und Amazonas-Tiefland sorgen für sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen und somit auch ganz unterschiedliche Lebenswirklichkeiten. Fernab der Hauptstadt Lima spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle – sowohl für die lokale Ökonomie als auch für das Exportvolumen Perus. Trotz anstrengender Bedingungen produziert diese Region eine Vielfalt an Früchten höchster Qualität.

Die Ungleichheit in Peru ist offensichtlich: Es gibt auf der einen Seite die ländlichen Gebiete mit Armutsraten von 77 Prozent und mehr. Auf der anderen Seite stehen die Gebiete an der Küste und die Hauptstadt Lima, das Wirtschaftszentrum des Landes. Hier lebt ein Drittel der Bevölkerung Perus und die Armut ist nur halb so schlimm wie im ländlichen Raum.

Die Agrarexporte als Vermächtnis der Haziendas

Vom 17 bis ins 19. Jahrhundert wurden in der spanischen Kolonie Zuckerrohr, Wolle und Kaffee kultiviert. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Großeigentümer uneingeschränkte Ausbeutungsrechte für die Produktionsressourcen: Erde; Wasser und Arbeitskraft. Bis heute sind diese Strukturen nicht wirklich verschwunden. Denn große Unternehmen und Geschäftsleute legen das gleiche Verhalten an den Tag.

Mit den Agrarreformen (1969-1973) wurden die Haziendas entkräftet, um an ihre Stelle vom Staat kontrollierte Kooperativen zu setzen. So entstanden kleinbäuerliche Genossenschaften, die in der Regel von indigenen Gemeinschaften geführt wurden.

Mangos und Fairer Handel ermöglichen Neustart

Die kleinbäuerliche Landwirtschaft in der Oase Chulucanas zeichnet sich durch ein Produktionssystem aus, das auf Vielfalt basiert und somit Sicherheit in Krisensituationen garantiert. Auf den kleinen Feldern von einem halben bis höchstens drei Hektar Fläche produzieren die Familien für ihren eigenen Bedarf sowie für den lokalen Markt und den Export. 1996 beschloss eine Gruppe von Kleinbauern, die Organisation APROMALPI – Asociación de Productores de Mangos del Alto Piura zu gründen, um auf nationalem Level Mangos zu vermarkten. Aber schon bald stand APROMALPI vor den ersten Schwierigkeiten: Es gab wenige Kunden, wenige Vermarktungspartner, einen sehr eingeschränkten Zugang zu Krediten und fehlendes technisches und administratives Know-how. Mithilfe der Organisation Agronomes et Vétérinaires Sans Frontières (AVSF) und der lokalen Nichtregierungsorganisation PIDECAFE gelang es ihnen, Teil des Fairen Handels zu werden. Ihr gemeinschaftlicher Erfolg sorgte dafür, dass ihre Gehälter stiegen und sie machten sich unabhängig von den Zwischenhändlern und ihren unangemessenen Preisen. 2003, ein Jahr nach dem ersten Export, erhielt APROMALPI ein Fairhandelszertifikat.

Die von APROMALPI gezahlten Preise versetzten die Kleinbauern in die Lage, ihre Produktion zu verbessern, da sie nun mehr Geld für die Bewässerung und die Bodenverbesserung ausgeben können. Der Mango-Ertrag ist in den vergangenen Jahren um 8,5 Tonnen pro Hektar gestiegen.

APROMALPI nutzt seine zusätzlichen Einnahmen vor allem für soziale Projekte. Es werden Kreditprogramme finanziert, damit die Mitglieder der Kooperative an günstige Kredite kommen, es wurden Jobs im Textilbereich für die Frauen der Gegend geschaffen und ein Krankenhaus wurde errichtet. Ein Stipendienprogramm ist derzeit in der Vorbereitung.

In aller Kürze

Das Terrain

Die gut bewässerten Gärten von Chulucanas im Norden Perus gleichen einer Oase zwischen dem Pazifik und den Anden. Diese Region ist für für ihre leckeren Mangos bekannt. Hier kultivieren die Kleinbauern der Kooperative APROMALPI in ihren drei bis fünf Hektar großen Gärten Kokosnüsse, Zitronen, Mangos und auch Bohnen und Mais. Die Biodiversität tut dem Boden gut und beugt vielen Problemen vor, die durch Monokulturen entstehen können.

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

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