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Agropia – Kartoffelchips aus Peru



Wir bauen diese Kartoffeln auf kleine Parzellen in einer Höhe oberhalb von 3800 Metern unter sehr schwierigen Bedingungen an: niedrige Temperaturen, Frost, Hagel und Dürre. Aber wir wissen um den Wert unserer Kartoffelsorten. Dank der Zusammenarbeit mit AVSF und ETHIQUABLE haben wir es geschafft, die Kartoffeln weiterzuverarbeiten und als blaue und rote Kartoffelchips nach Europa zu bringen. Beim Genuss unser Chips können Sie sicher sein, einen Beitrag zum Wohlbefinden der bäuerlichen Familien in Pazos zu leisten

– Präsident der Kooperative AGROPIA

Nirgendwo gibt es eine größere Kartoffelvielfalt als in Peru.
Die Hochkultur der Inka und ihr intensives Bemühen um den guten und ertragreichen Anbau von Lebensmitteln haben in den Anden dazu geführt, dass mehr als 4000 verschiedene Kartoffelsorten entstanden sind. Die nativen Kartoffeln, die im Hochland gedeihen, nehmen darunter eine besondere Rolle ein: Sie haben besonders ungewöhnliche Formen und vielfältige Farben. Darunter finden sich weiße, gelbe, blaue, violette und auch schwarze Kartoffeln.

Inzwischen ist die Biodiversität der Kartoffeln jedoch stark bedroht, weil immer häufiger den besonders ertragreichen hybriden Sorten Vorrang gegeben wird und Monokulturen Einzug halten.
Die Diodiversität der wird zunehmends eingeschränkt denn, Zugang zu diesen Kartoffeln haben nur Landwirte mit ausreichend Kapital. Da sie hierfür regelmäßig neues Saatgut und chemische Düngemittel benötigen. Landwirte, die großflächig Kartoffeln anbauen, greifen trotz dieser Nachteile häufig auf die hybriden Sorten zurück und verdrängen somit zunehmend die nativen Sorten.
Die Kleinbauern der Genossenschaft AGROPIA gehen einen anderen Weg. Sie haben kein Vertrauen zu den hybriden Sorten und stellen sich trotz extremer Bedingungen in den Anden den Herausforderungen.

Das Geheimnis: Die bunte Mischung
Mittlerweile haben es die landwirtschaftlichen Familienbetriebe aber geschafft, Sorten auszuwählen, die besonders gut an die lokalen Bedingungen angepasst sind, indem sie eine Resistenz gegen Frost sowie die vorkommenden Schädlinge aufweisen und trotzdem ausreichend ertragreich sind. Das Geheimnis ist dabei der bunte Mix: Die Kleinbauern kultivieren jedes Jahr hunderte verschiedene Sorten, um die Vielfalt auf ihren Parzellen zu erhalten.

Die Papas Nativas, der Schatz der Huancavelica

Huancavelica gilt als die ärmste Region Perus mit einer erheblichen Ernährungsunsicherheit. Die Landwirtschaft prägt die Gegend. Aber allzu oft können die Menschen kaum davon leben.
Viele staatliche und nichtstaatliche Organisationen sind in Huancavelica aktiv, aber nicht immer werden die Bedürfnisse der Zivilgesellschaft ausreichend berücksichtigt. Häufig geht es ausschließlich um eine Verbesserung der Infrastruktur, aber nicht unmittelbar um die Menschen vor Ort.

Den eigentlichen Schatz der Region haben viele nicht im Blick: die Papas Nativas – die ursprünglichen Kartoffelsorten. Sie werden in der Regel nur für den Eigenbedarf angebaut und weder lokal noch international vermarktet. Dabei sind sie nicht nur wirtschaftlich von Interesse, sondern haben gleichzeitig für die Kleinbauern eine ganz besondere Bedeutung. Denn viele Produzenten betrachten die Papas Nativas nicht bloß als Lebensmittel, sondern zugleich als Erbe ihrer jahrtausendealten Kultur.

AGROPIA, AVSF & ETHIQUABLE

2008 hat die französische Nichtregierungsorganisation Agronomes et Vétérinaires Sans Frontières (AVSF) ein Programm eingerichtet, um die landwirtschaftlichen Produzentengruppen Huancavelicas zu fördern. Ein Schwerpunkt ist der Anbau nativer Kartoffeln in der Gemeinde Pazos und deren Weiterverarbeitung zu bunten Chips. Die NGO unterstützt und berät AGROPIA bei der technischen Umsetzung des Projekts und hat die Gruppe bei der Gründung ihrer Kooperative beraten. Auch die erstmalige Bio- und die Fairhandels-Zertifizierung waren Hürden, die AGROPIA gemeinsam mit AVSF erfolgreich nehmen konnte. ETHIQUABLE wiederum ist für die Vermarktung der Chips in Europa zuständig und hat die Kooperative bei der Produktentwicklung begleitet. Schließlich war es eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren des Projektes, dass die Chips in Europa auch auf Interesse stoßen.

Effekte des Fairen Handels

Mehr Wertschöpfung vor Ort
AGROPIA ist die erste Produzentenorganisation dieser Hochlandregion, die Kartoffel nicht bloß als Rohstoff verkauft, sondern gleich selbst weiterverarbeitet und nach Europa exportiert.
Zusatzeinkommen für die Produzenten
Seitdem sie ihre nativen Kartoffeln mit Hilfe von AGROPIA gemeinschaftlich vermarkten, verdienen die Familien im Durchschnitt mehr als 1000 Euro zusätzlich pro Jahr. Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 5000 Euro pro Jahr ist das ein beträchtlicher Zusatzverdienst.
Umstellung auf biologische Landwirtschaft
Der wichtigste Effekt des Projektes ist jedoch die erfolgreiche Umstellung auf Bio-Landwirschaft. Denn in Pazos verursacht der Kartoffelkäfer große Probleme und wurde lange Zeit mit Insektengiften bekämpft. Nun haben die Mitglieder der Kooperative es geschafft, darauf zu verzichten und den Käfer mit umweltschonenden Mitteln zurückzudrängen.
Erschließung des lokalen Marktes
Die Chips haben dabei geholfen, die nativen Sorten auch lokal bekannt zu machen. Nun entwickelt sich also auch vor Ort ein Absatzmarkt für die alten Sorten.
Bildungsprojekte
Die peruanische Regierung tendiert dazu, wenig qualifizierte Lehrer in die abgelegenen Dörfer in den Bergen zu schicken. Die Kinder gehen deswegen selten bis zur Sekundärstufe in die Schule und landen so schnell im Teufelskreis aus Perspektivlosigkeit und mangelder Bildung. Um das Niveau des Unterrichts zu erhöhen, hat die Gemeinde nun selbst einen Lehrer einstellen können.

In aller Kürze

  • ETHIQUABLE-Partner seit 2009
  • Pazos in der Provinz Huancavelica auf 3.500 bis 4.300m Höhe
  • 600 kleine Produzenten von lokal angebauten Kartoffeln, Hafer, Gerste …

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Produkte von AGROPIA bei ETHIQUABLE

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